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Kreistag Olpe

Unser Mitglied im Kreistag

Thomas Bock

Ausschüsse:

Berufs und Weiterbildungs Ausschuss / Sozial und Gesundheits Ausschuss


Tel: 02722 / 635 99 96


t.bock@dielinke-olpe.de

 

-Facebook

Amazon in Wenden?

Am 8. Juli berichtete die Siegener Zeitung davon, dass Amazon einen neuen Standort in Südwestfalen sucht. Hierbei scheint wohl die Gemeinde Wenden den Planern von Amazon durch seine Nähe an der A4 und A45 ins Auge gefallen zu sein. DIE LINKE. Olpe sieht diese Pläne sehr kritisch. Zum einen sucht Amazon immer wieder Schlupflöcher um wenig bis gar keine Steuern zu entrichten, wird somit also auch nicht die Wirtschaftskraft der Gemeinde Wenden stärken können. Schlimmer wiegen allerdings die prekären Beschäftigungsverhältnisse, die bei dem Megakonzern herrschen.

Dazu Thomas Bock für DIE LINKE im Kreistag Olpe: "Es darf nicht sein, dass Menschen durch so einen Konzern trotz Arbeit in Armut fallen und auch später in Altersarmut leben müssen.

Die Ansiedlung von so einem Betrieb hat keinerlei Nutzen für unseren Kreis und die Stadt Wenden. Das muss verhindert werden.“

Bericht Siegener Zeitung

Kreistagsrede

Die Kreistagsrede von Thomas Bock für den Haushalt 2020 die er am 09.12.2019 im Kreistag gehalten hatt.

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Damen und Herren,

viele Daten zeigen, dass der Kreis Olpe im Vergleich zu anderen Kreisen, ob in der Nachbarschaft oder landesweit, gut, teilweise sogar sehr gut da steht. So ist das Pro-Kopf-Einkommen hier das höchste in ganz NRW, die Arbeitslosenquote ist eine der niedrigsten im ganzen Land.

Auch die Zahl der Bezieher von Sozialleistungen ist vergleichsweise niedrig. Sogar die Pro-Kopf-Schulden sind extrem niedrig.

Und natürlich rechnen sich viele von Ihnen diese Umstände nun als eigenen Verdienst an.

Wir - DIE LINKE - haben auch zur Kenntnis genommen, dass der Kreis schon 2010 der am geringsten verschuldete in ganz NRW war, wie es seinerzeit das statistische Landesamt errechnet hatte.

Viele der hier Anwesenden haben die guten Voraussetzungen also übernommen.

Immerhin aber will ich Ihnen bescheinigen, dass Sie das Erbe nicht komplett verspielt haben. Dafür lobe ich die Anwesenden ausdrücklich.

Aber sie haben es auch nicht genutzt, um den Kreis weiter zu entwickeln und zukunftsfähig zu machen.

Dazu nur drei Punkte:

Zum Ersten:

So wurde 2018 eine Studie (Prognos) veröffentlicht, bei der wir in Sachen Lebensqualität auf Platz 213 von 401 liegen.

In der Kategorie Freizeit und Natur kamen wir noch schlechter weg.

(Platz 333 von 401)

Nochmal! In der Kategorie Natur und Freizeit. Also an der Natur liegt es jedenfalls nicht.

Und das in einer Zeit, in der gerade diese Faktoren eine immer größere Rolle spielen. Im Kreistag und in den Gremien reden wir davon, das Leben in unserem Kreis lebensfreundlicher und attraktiv zu machen, dass wir zum Beispiel Fachärzte anziehen müssen. Geld aber nicht dafür ausgeben wollen.

Das stecken wir lieber in privatisierte Daseinsvorsorge wie den VWS.

Die gehören zurück in unsere Hände, damit wir auf eine kostenfreie Nutzung durch unsere Bevölkerung hinarbeiten können.

Welcher Kreis hätte denn bessere Voraussetzungen als unserer hier in der Spitzengruppe zu agieren?

Zweitens:

Die Lohnlücke, also der Unterschied im Verdienst zwischen Männern und Frauen, ist hier bei uns am höchsten in ganz NRW. Es gibt keinen Armutsbericht, wir wissen nicht wie viele Menschen durch Leiharbeit oder befristete Jobs in prekärer Beschäftigung sind, wir wissen nicht wie viele Menschen in unserem Kreis von stiller Armut betroffen sind und wir wissen nicht, wie viele Rentner in Altersarmut leben. Selbst hier in unserem reichen Olpe sind Rentner dazu gezwungen, Flaschen aus den Mülleimern zu fischen. Das ist eine Schande! Ich fordere Sie deshalb auf, sich dafür einzusetzen, dass mehr gutbezahlte Stellen auch für Frauen geschaffen werden und es endlich einen detaillierten Armutsbericht gibt.

Drittens:

Die wirtschaftliche Stärke des Kreises kommt nicht von ungefähr. Sie ist auch darin begründet, dass wir eine besonders hohe Zahl an Autozulieferern in unserem Kreisgebiet haben. Das Geschäft der Autobauer lief in den letzten Jahrzehnten überwiegend prächtig. Nun stehen wir aber ausgerechnet dort vor einem Strukturwandel. Ob man den Umstieg auf Elektroautos nun gut findet oder nicht, er ist bereits im Gange. Und es wäre naiv zu glauben er ginge an uns vorbei. Nun mache ich mir als Linker wirklich keine Sorgen um die Dividenden von Herrn Kirchhoff und Kollegen. Wohl aber mache ich mir Sorgen um die Einkommenssicherheit der Mitarbeiter*innen. Und darum frage ich mich, mit welchen Risiken wir in diesem Prozess zu rechnen haben, welche Möglichkeiten es gibt und ob wir genug tun um gegenzusteuern. Hier sind Sie gerade dabei unsere Zukunft zu verspielen.

Für diese drei Versäumnisse kann ich Sie nur kritisieren und deshalb stimme ich diesem Haushalt nicht zu.

Es gibt noch einen weiteren Punkt den ich hier nicht unerwähnt lassen möchte:

Schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit