Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Leserbrief zum Artikel “Busverkehr? – Das ist nur noch Elend” in der WR/WP vom 5. Januar 2010

Nun sind die schlimmen Befürchtungen im Zusammenhang des Verkaufs der VWS also wahr geworden. Die ohnehin bereits desolate Versorgung durch Busse im Kreis Olpe wird nochmals deutlich verschlechtert. Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, können kaum noch ihre Ziele erreichen und werden in ihrer Mobilität weiter eingeschränkt. Wenn wundert es da, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger den Kreis Olpe verlassen und in Regionen mit einer besseren Infrastruktur umziehen. Diese Kürzung im Streckennetz wird den Autoverkehr weiter forcieren - kaum zu fassen in Zeiten des Klimawandels!

Der Öffentlicher Personennahverkehr ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge und im Regelfall nicht so zu betreiben, dass er sich vollständig selbst finanziert. Es ist doch ganz klar, dass sich private Unternehmen nur um die Sahnestückchen bewerben, denn sie wollen Gewinn erwirtschaften. Wer nicht gewonnen hat, sind die Mitarbeiter, auf deren Rücken der Wettbewerb ausgetragen wird, durch Lohndumping und Tarifflucht.

Aus ökologischer und sozialer Verantwortlichkeit führt jedoch am Erhalt und Ausbau eines gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehrs kein Weg vorbei. Da steht der Kreis Olpe in der Verantwortung. Die Aussage, dass kein Geld vorhanden ist, kann nicht akzeptiert werden. Dass Kommunen Not leiden, kommt ja nicht von ungefähr.

Die steuerliche Entlastung der privaten Unternehmen und der großen Einkommen stand im Zentrum der Steuerpolitik aller Bundesregierungen der letzten 20 Jahre. Die privaten Gewinne stiegen. Die Kommunen wurden in die Verschuldung getrieben, ihre finanziellen Spielräume wurden drastisch  eingeschränkt. Die LINKE setzt sich auf Landes- und Bundesebene dafür ein, dass die Kommunen mehr Geld erhalten, damit die Gestaltungsspielräume wieder hergestellt werden und Entschuldung betrieben werden kann. Wir fordern, dass die Kommunen  die leeren Kassen nicht nur bedauern, sondern sich auch aktiv für eine Reform der Kommunalfinanzierung einsetzen.

Dorothe Jung

Kreistagsmitglied

Zeitungsartikel