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Einführung eines Sozialtickets im Kreis Olpe

Auch arme Menschen haben ein Anrecht auf Mobilität. Schon seit Jahren drängen Sozialticket-Initiativen - zusammen mit Gewerkschaften, Sozialverbänden, Erwerbslosengruppen und anderen – auf die Einführung eines Sozialtarifs in den öffentlichen Verkehrsmitteln in NRW. Denn die Zahl der Menschen, die aufgrund ihres geringen Einkommens, einer zu schmalen Rente oder wegen der niedrigen Regelsätze in den staatlichen Sozialleistungssystemen Probleme haben, das nötige Geld für die teuren regulären Fahrscheine aufzubringen, ist riesig. Die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, ist aber unabdingbare Voraussetzung, um am allgemeinen Leben teilzunehmen. Gleich, ob es um den Besuch von Freunden oder Ärzten, die Arbeitsplatzsuche oder den Ausflug mit den Kindern “ins Grüne” geht.

Endlich soll es nun auch im Kreis Olpe – zunächst 2012 zur Probe - ein Sozialticket geben. Dies hat der Kreistag am 17. Oktober 2011 beschlossen. Allerdings soll der Preis für das Ticket 29,90 Euro pro Monat betragen. Dies ist weit von dem entfernt, was sich die meisten der Betroffenen leisten können. In den monatlichen Regelsätzen nach SGB II und SGB XII sind für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel – einschließlich Regionalverkehr – gerade mal 21,90 € im Monat vorgesehen, das sind 6 % des Regelsatzes von 365,- €. Wohlgemerkt: Nur für den alleinstehenden Erwachsenen - bei Ehepartnern, Lebenspartnerschaften, Kindern und Jugendlichen sogar noch weniger! Dorothe Jung, Kreistagsdelegierte der LINKEN, hat daher beantragt, dass das Sozialticket zum Preis von 15 Euro an die Betroffenen abgegeben werden soll. Leider haben alle anderen Parteien diesen Antrag abgelehnt. Laut Vorlage des Kreistags rechnet man damit, dass nur 10 % der Berechtigten das Ticket in Anspruch nehmen werden, kein Wunder, denn dieses Pseudo-Sozialticket ist nur für die Wenigsten erschwinglich. 

Siehe hierzu auch Bericht in der Siegener Zeitung vom 19.10.2011